Eiswinter

9. Februar 2012

 

Fahrt durch's Eis

Das gibt es ja nicht oft, aber zurzeit haben die Fähren zu den Inseln echt Probleme, soll heißen: sie können nicht fahren. Wangerooge,  Juist und  Spiekeroog  sind derzeit nur mit dem Flieger zu erreichen! Wobei Letztgenannte keinen eigenen Flugplatz hat und nun ein Hubschrauber organisiert wurde, um Gäste sowie dringend benötigte Lebensmittel zu befördern.
Seit Tagen schon konnte kein Schiff die Inseln Juist und Wangerooge erreichen. Aber hier gibt es wenigstens einen Flugplatz – nur, das Fliegen ist ja bekanntlich teurer geworden und gerade in solchen Extremsituationen tut die zusätzliche Steuer natürlich besonders weh!
Klare Worte und die Ausnahmegenehmigung für die Deutschen Inseln sind hier überfällig.
Zum Glück ist Norderney nicht ganz so anfällig für Eis, Ostwind, Niedrigwasser. Obwohl, diesmal kommt eben alles zusammen und so fährt die erste Fähre auch schon mal zeitversetzt und die letzte…..???
Auf jeden Fall ist die Fähre um 23 Uhr am Mittwoch ausgefallen – sie sollte das Ensemble der Niedersächsischen Landesbühne nach einem Auftritt im Norderneyer Kurtheater wieder Richtung Heimat schippern.
Nun soll es aber wieder milder werden. Trotzdem dauert es ’ne Weile, bis das Eis weggetaut ist.
B.E.

Alt Norderneyer Fischerhaus

8. Februar 2012

 

Das Fischerhaus - Archivbild aus wärmeren Zeiten -

 

Teil II
Der Wandschrank auf dem Flur (er verkleinert um seine Größe den Schlafraum der Jungfischer) diente früher der Aufbewahrung von allerlei Haushaltsgeräten; heute ist er beleuchtet und beinhaltet wertvolle Schmuckstücke, Münzen, eine Muschel mit dem Vaterunser und einiges mehr.
Weiter geht’s ins Achterhuus (unschwer zu erkennen, dass es sich hierbei um das Hinterhaus [den Anbau]  handelt). Früher, wie schon erwähnt Schafstall, heute steht hier die alte Nebelkanone*.
Mit dem Jungteil, der Küche und Schlafkammer beenden wir unseren Rundgang. Ein offener Herd, ein einfacher Holztisch, an den Wänden Teller- und Löffelborde, eine alte Schultasche  aus Holz sowie ein Kinderstuhl stammen aus der Zeit  um 1834.
Früher wurden Schildbohnen an von der Decke hängenden Bändern getrocknet. Die Bohnen wurden dann mit ordentlich Fleisch und Wurst zu einem deftigen Eintopf gekocht.
In der Schlafkammer nimmt auch hier die Butze den größten Platz ein; ein Hingucker ist aber die aus Rohr geflochtene Kinderwiege. Auf dem Ehebett liegt ein Bettwärmer  aus der Zeit um 1700 (einen Ofen gab’s ja in diesen Räumen nicht) und die Damenbadehosen gehören in die Zeit 1880 bis 1890.
Das war’s, wir sind durch. Natürlich habe ich hier nicht alles aufgezeigt, viele bemerkenswerte Kleinigkeiten und Besonderheiten sollten vor Ort entdeckt werden.
B.E.

*Mit der  Nebelkanone wurde, wie der Name schon aussagt, bei Nebel für die Norderneyer Fischerschaluppen stündlich Signal zur Orientierung geschossen.

Alt Norderneyer Fischerhaus

7. Februar 2012

...er friert nicht!

 

Teil I

Heute will ich Sie mal zu einem kleinen Rundgang ins kleine aber feine Fischerhaus-Museum einladen.
Wir betreten einen langen Flur, der in einem kleinen Anbau endet. Hier finden wir den Schafstall sowie das Plumps-Klo vor. Ja, die Insulaner hatten bereits um 1700 ihre Toiletten im Hause.

In den ersten beiden Räumen rechter Hand wohnten und schliefen “die Alten“. Ein besonderer Blickfang ist hier eine wunderschöne, mit reichlicher Schnitzarbeit versehene Anrichte aus Eichenholz. Richtig gemütlich wurde es hier durch die aus Binsen geflochtenen  Stühle sowie einem Kapitänsstuhl aus dem Jahre 1828.
Vom Wohnraum aus geht es ins winzige Schlafkämmerlein, welches fast völlig von der Butze (eingebautes Wandbett) ausgefüllt wird.

Zurück in den Flur und gleich gegenüber betreten wir das größte Zimmer des Fischerhauses: das Wohnzimmer -  hier spielte sich das gemeinsame Familienleben ab. Ausgestattet mit Möbeln der damaligen Zeit, fühlen wir uns zurückversetzt in die Jahre um 1850. Hier fällt natürlich der große, offene Kamin sofort ins Auge. Handgemalte Delfter Fliesen bezeugen heute noch, dass es sich um recht wohlhabende Bewohner gehandelt hat. Davon zeugen auch wertvolle Haushaltsgegenstände aus Zinn und Porzellan.
Von der großen Stube geht es direkt in die Fischereiwerkstatt, hier wurden im Winter neue Netze gefertigt sowie alte geflickt. Hier werden, bzw. wurden schon damals alle Gerätschaften für die Fischerei aufbewahrt. Hier sind auch eine Vielzahl von Muscheln, die in einem großen Schaukasten untergebracht sind, zu bewundern.

So, nun werden wir verschnaufen, vielleicht bei einer Tasse heißen Tee, und morgen geht es dann weiter.
B.E.

Anmelderekord!

6. Februar 2012

bis zum FunCup ist das Eis wieder weg

Zum 10. Beachsoccer Junior Fun-Cup auf Norderney haben sich 421 Mannschaften aus 223 Vereinen angemeldet. Leider werden nicht alle dabei sein können, aber immerhin wurden 110 Teams aus den vielen Anmeldungen ausgelost.
An diesen Zahlen lässt sich doch gut die Sportbegeisterung der Jugend ablesen, sagt man ihr doch häufig ganz pauschal (zu Unrecht) Bequemlichkeit und Faulheit nach.
Als weitere Partner zur Unterstützung – die Sparkasse ist seit Jahren der Hauptsponsor – konnten der Bundesliga-Verein Borussia Dortmund und auch die Bitburger Brauerei gewonnen werden. Letztere wird hier natürlich mit alkoholfreien Getränken auftreten, denn schließlich ist die ja eine Veranstaltung mit und für Kinder! Auch wird sie für tolle Stimmung auf der “Playersparty“ am Samstag des Turniers sorgen.
Na dann man zu!
B.E.

Endlich (?) Schnee…

3. Februar 2012

…hätten wir nicht wirklich gebraucht, aber für’s Auge ist er  immer wieder schön!

wie lang sich das wohl so hält?

 

gut versteckt

 

Wasser weg - Schnee da

 

Pfefferminz-Taler & Seenotretter

2. Februar 2012

 

Aufsteller am Liegeplatz des Seenotretters "Bernhard Gruben"..auch hier kann man spenden

Was die beiden miteinander zu tun haben? Na ja, wie man so hört und liest, dürfen ja Pfefferminzbonbons auf keinem Schiff fehlen, schon gar nicht auf einem Seenotkreuzer. Diese Gedanken lagen wohl der Idee zugrunde, mit Pfefferminz-Talern die DGzRS* zu unterstützen. Pro verkaufter Packung gehen fünf Cent an die Seenotretter. Da naschen wir doch gerne, oder?
Pfefferminz hilft gegen Seekrankheit, so berichten schon die alten Seefahrer. Und davor sind auch Seenotretter nicht gefeit, müssen sie doch meist gerade dann raus, wenn die See rau und der Wind stürmisch ist.

Ach, und wer nun (wie eigentlich auch ich) bei besagten Talern an die Nascherei mit der Schokolade außen rum denkt, liegt hier falsch. Gemeint sind die kleinen Pfefferminzli, Pastillen oder wie man sie sonst noch nennt.
Also im Regal darauf achten. Pfefferminztaler von Küstengold mit dem Logo der Seenotretter.

Die DGzRS finanziert sich ausschließlich über Spendengelder, da ist jede werbewirksame Aktion willkommen. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, also rund um die Uhr sind die beherzten Männer  mit 61 Kreuzern und Rettungsbooten einsatzbereit.
So, nun muss ich nur noch ein Geschäft finden, in dem ich sie kaufen kann(nicht die Männer…).
B.E.

Jagdfieber

1. Februar 2012

Ach ja, ist schon niedlich!

 

Bald ist es wohl wieder soweit. Dann wird zur Kaninchenjagd „geblasen“. Sagt jetzt nicht: „ach die Armen“; sicher sie sind niedlich, aber sie sabotieren sozusagen den Küstenschutz! Tiefe Löcher weisen (nicht nur) die Dünen auf, so ein Kaninchen braucht eine tiefe Höhle und viele Kaninchen…..
Mit auf die Jagd gehen Hunde und Frettchen, 2003 wurde sogar ein Falke mit eingesetzt.

Die Frettchen werden vorher gefüttert, nicht zuviel, nur so, dass sie zwar die Beute aus dem Bau jagen, aber nicht gleich zubeißen.
Nicht selten kommt es vor,  dass die Jäger, die sich dann ja durch die Dünen bewegen, dort regelrecht einbrechen. Denn wir wissen ja, dass der Wohnraum einer Kaninchenfamilie sehr verzweigte Gänge aufweist und recht komfortabel über mehrere Etagen geht.

Die Insel Norderney besteht hauptsächlich aus Sand, den man mit tief wurzelndem  Strandhafer zu halten versucht. Das klappt eigentlich ganz gut, nur die Kaninchen…

Auch wenn die Jäger in jedem Jahr den Bestand der fleißigen Nager durch Abschuss verringern, es gibt auch weiterhin jede Menge!
B.E.

Stolpersteine auch auf Norderney

27. Januar 2012

 

Wellen und Wolken - DAS Motiv, immer wieder faszinierend

Geplant sind sie jedenfalls. Initiiert von den Schülerinnen und Schülern der Klassen neun und zehn der KGS Norderney. In einem Wahlpflichtkurs Geschichte haben sie sich mit dem schwierigen Thema  „Nationalsozialismus“ auseinander gesetzt. Ein großes Thema – ein wichtiges Thema. Die Schülergruppe hat sich intensiv mit den Juden hier auf der Insel befasst, hat recherchiert wo und in welchen Häusern sie gelebt haben und will nun dafür sorgen, dass den jüdischen Opfern  zum Gedenken, Stolpersteine verlegt werden.

Das Projekt „Stolpersteine“ hat der Künstler Günter Demnig ins Leben gerufen. Er hat am 16. Dezember 1992 (50.Jahrestag des Befehls Heinrich Himmlers zur Deportation der ’Zigeuner’) hat er einen ersten mit einer Messingtafel versehenen, beschriftete Stein  in Köln “verlegt“.
Mittlerweile gibt über 30.000 Steine in zehn Europäischen Ländern.
Eine beachtliche Zahl, die ständig anwächst.
B.E.

 

 

Ich schenk Dir einen Stern…

20. Januar 2012

 

Farbenspiele

…gibt’s als Lied und als Gedicht und auch wirklich!

Das große www ist voll von Anbietern, die Sternpatenschaften verkaufen. Ganze Sternpakete kann man da erwerben, mitsamt Urkunden, Widmungen und Geschenkmappen oder wie wär’s mit einem Gutschein für eine Sternwidmung?

Wer immer da sein Geld für hinlegt, er kann sein Geschenk nicht wirklich mitnehmen, nur auf dem Papier. Kann den Stern nicht in einen Karton packen, Schleife drum und darauf warten, dass der / die Beschenkte mit dem Inhalt um die Wette strahlt.

Auch die Sternwarte hier auf Norderney hat sich diesem wachsenden Trend natürlich nicht verschlossen und bietet besagte Patenschaften an.
Die Gelder die dadurch eingenommen werden, dienen hauptsächlich dem Erhalt der Sternwarte.

Übrigens feiert auch sie heuer ihr 50stes Jubiläum. Der Grundstein zur  Norderneyer Sternwarte wurde 1962 gelegt. Immer wieder gibt es hier neben den “normalen“ Öffnungszeiten auch Sonderführungen.
(erste Erwähnung der Sternwarte an dieser Stelle: 14.07.2010)
B.E.

Höchster Seehundbestand…

18. Januar 2012

 

registriert?! - Siesta am Norderneyer Strand bei auflaufendem Wasser

…seit Beginn der Aufzeichnungen. Das war doch mal eine wirklich positive Nachricht, was so die Tierbestände angeht. Meist erreichen uns ja Nachrichten, die vor drohendem Aussterben warnen.
Nun, die Population der Seehunde im Wattenmeer nimmt stetig zu. Im vergangenen August wurden 24.118 Tiere gezählt; allein im Vergleich zu 2010 war eine Steigerung von  neun Prozent zu verzeichnen. Im Juni, während der Jungtieraufzucht, wurden 7.044 Robbenkinder gezählt, auch hier eine Steigerung zum Vorjahr.

Verständlicherweise ist so eine Zählung nicht gerade einfach, die „Dunkelziffer“ liegt bei gut 10.000 Tieren. Zählen kann man nur bei Niedrigwasser, wenn die Tiere sich auf den Sandbänken aufhalten, die im Wasser bleiben, werden schon mal nicht erfasst.
Gezählt wird aus der Luft, immer und immer wieder steigen die Flieger auf, um einen möglichst genauen Stand zu dokumentieren.
Aber wie bei jeder Volkszählung auch, einige wollen sich einfach nicht registrieren lassen!
B.E.


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